Spannungen und Krisen in der Therapiebeziehung (Alliance Ruptures)

Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung ereignen sich zwangsläufig. Hierfür stehen unterschiedliche Begriffe, wie Übertragungs- Gegenübertragungsverwicklungen, Enactments oder Alliance Ruptures. Innerhalb dieses Themenbereichs untersuchen wir Fragestellungen, wie z.B.:

  • Was tragen Therapeuten zum Entstehen von Spannungen und Krisen bei und wie gehen sie damit um?
  • Welche Rolle spielen biographische Themen?
  • Wie lässt sich der Umgang mit Spannungen und Krisen trainieren?

DFG

Therapeutische Kompetenzen und interpersonelle Fähigkeiten

Therapeuten sind unterschiedlich wirksam. Was liegt dem zugrunde? Bislang vorliegende empirische Studien sprechen dafür, dass es entscheidend ist, wie gut es uns gelingt, mit feindseligen Interaktionen (mit Spannungen und Krisen in der Therapiebeziehung  hier mehr dazu  Link) umzugehen. Eine große Rolle scheinen auch die interpersonellen Fähigkeiten zu spielen, d.h. inwieweit wir generell auf ein bestimmtes Maß an Fähigkeiten, wie z.B. Empathie, Emotionsausdruck, Wärme, zurückgreifen können.

Wir entwickelten eine deutsche Version des Facilitative-Interpersonal-Skills-Test (FIS, Anderson et al. 2009; Gumz et al., 2020). In diesem Test reagieren Therapeuten verbal auf herausfordernde Äußerungen von Patienten (Videoclips).

Wir befassen uns damit, wie sich interpersonelle Fähigkeiten messen und trainieren lassen, wie Kontakt individuelle Persönlichkeitsmerkmale und biograpische Erfahrungen mit den interpersonellen Fähigkeiten zusammenhängen, inwieweit Therapeuten zur Selbstüberschätzung ihrer interpersonellen Fähigkeiten neigen und durch welche sprachlichen und stimmlichen Merkmale hohe interpersonelle Fähigkeiten gekennzeichnet sind.

Wirkfaktoren und Mechanismen der Veränderung in Psychotherapien

In Kooperation mit 14 Ausbildungsinstituten beschäftigen wir uns in qualitativen und quantitativen Studien mit der Frage, wie das Miteinander-Reden zu Veränderungen in Psychotherapien und Selbsterfahrungen führt, inwieweit es verfahrensspezifische Unterschiede gibt und wie die Wirkfaktoren mit relevanten Prozessmerkmalen und dem Therapieergebnis in den unterschiedlichen therapeutischen Verfahren zusammenhängen.

Sprache und Stimme in Psychotherapien

Die Sprache ist unser Werkzeug. Auf der sprachlichen Oberfläche wird sichtbar, wie sich die Interaktion entfaltet und sich Inhalte, Emotionen und Beziehungen verändern.

Verbale und nonverbale Inhalte stehen in komplexer Wechselwirkung. Wie etwas gesagt wird, wirkt stets parallel zu dem, was gesagt wird. Im nonverbalen Ausdruck wird die Interaktion zwischen Körper und psychischen Prozessen, das Embodiment, deutlich. Zu den nonverbalen Faktoren gehören Mimik, Gestik, Blickverhalten, Körperhaltung und auch stimmliche und paraverbale Aspekte wie Tonhöhe, Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke oder vokale Energie. 

Nonverbale Faktoren haben einen entscheidenden Anteil daran, dass frühere Beziehungskonflikte in aktuellen Beziehungen über unbewusste Prozesse aktualisiert werden. Das, was sich nonverbal zeigt, kann wichtige Hinweise geben auf Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung.

In unseren Forschungen zu diesem Thema befassen wir uns damit, wie wir als Therapeuten über die Rolle der eigenen Stimme in der Psychotherapie reflektieren, wie sprachliche und paraverbale Merkmale von Äußerungen mit interpersonellen Fähigkeiten zusammenhängen, oder wie bestimmte verbale Techniken mit der Auflösung von Spannungen und Krisen in Therapiesitzungen assoziiert sind. 

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